Dr. Alexander Leuthold
Diplom-Psychologe · Psychologischer Psychotherapeut (Deutschland) · Supervisor · Lehrender
Keine psychotherapeutische Berufsausübung in Österreich.
Meine fachliche Arbeit verbindet seit vielen Jahren systemisches Denken, Psychotherapie und Ich-Entwicklung. Mich interessiert besonders, wie Menschen Erfahrungen ordnen, Perspektiven bilden und Bedeutung herstellen – und welche Voraussetzungen dafür bestehen, unterschiedliche Sichtweisen nicht nur einzunehmen, sondern tatsächlich als mögliche Sichtweisen zu verstehen und miteinander in Beziehung zu setzen.
Diese Fragen beschäftigen mich in unterschiedlichen Zusammenhängen: in der Ausbildung angehender Psychotherapeut:innen, in Supervision und Beratung, in der Weiterentwicklung und Anwendung von Ansätzen zur Ich-Entwicklung und in meinen auf Substack erscheinenden Werkstattnotizen, in denen ich systemisches Denken, Ich-Entwicklung und Bedeutungsbildung aufeinander beziehe.
Systemische Psychotherapie, Lehre und Supervision
Viele Jahre war ich in eigener vertragspsychotherapeutischer Praxis tätig. Neben der Approbation als Psychologischer Psychotherapeut verfüge ich auch über die Approbation als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut.
Heute liegt ein Schwerpunkt meiner Arbeit in Lehre, Supervision und Ausbildung in Systemischer Therapie. An der Akademie für Psychotherapie in Erfurt leite ich die Approbationsausbildung und die Institutsambulanz im Verfahren Systemische Therapie und bin als Dozent und Supervisor tätig.
Meine langjährige therapeutische Arbeit bildet dafür weiterhin einen wichtigen fachlichen Hintergrund. Systemisches Arbeiten heißt für mich, Zusammenhänge, Verständnisweisen und Muster so zu rekonstruieren, dass sie nachvollziehbar werden und es subjektiv möglich wird, Erfahrungen neu zu deuten und anders zu handeln. Die Mittel, mit denen ich arbeite, sind oft unspektakulär: Fragen, Metaphern, narratives Arbeiten, Mustererkennung und Reflexion. Um Bezogenheit und Beziehungen von Menschen zu verstehen und verstehbar zu machen, brauche ich nicht zwingend Bodenanker oder Stellvertreter – die Mittel der deutschen Sprache reichen mir meist völlig aus.
Ich-Entwicklung und vertikale Entwicklung
Mit Ich-Entwicklung (Ego Development) beschäftige ich mich seit vielen Jahren. Mich interessiert, wie Menschen sich selbst, andere und ihre Welt verstehen und wie sich die Strukturen verändern, mit denen sie Erfahrungen ordnen und Bedeutung bilden.
2020 wurde ich an der Universität Erfurt zum Dr. phil. promoviert. In meiner bildungswissenschaftlichen Dissertation habe ich das Konzept der Ich-Entwicklung auf Inklusion und Fragen höherer Bildung angewandt.
Seither beschäftige ich mich weiter mit der Erfassung und Interpretation von Ich-Entwicklung sowie mit der Weiterentwicklung der dafür verwendeten Konzepte und Instrumente – unter anderem im Wissenschaftlichen Kreis des Zentrums für Ich-Entwicklung und Transformation (ZIE&T).
Ich bin von Susanne Cook-Greuter als MAP Scorer und Leadership Maturity Coach zertifiziert. In meiner heutigen Arbeit zur Ich-Entwicklung am ZIE&T nutze ich das von Thomas Binder entwickelte I-E-Profil™.
Dabei interessiert mich weniger, Menschen anhand von Entwicklungsstufen einzuordnen, als zu rekonstruieren, welche Grundmuster der Bedeutungsbildung in ihren Äußerungen erkennbar werden und wie diese ihr Handeln ermöglichen und begrenzen.
Systemisches Denken und Ich-Entwicklung
Die Verbindung beider Felder beschäftigt mich seit langem. Bereits in früheren Veröffentlichungen und Vorträgen habe ich danach gefragt, was sich verändert, wenn systemisches Denken mit Perspektiven der Ich-Entwicklung und Erwachsenenentwicklung zusammengedacht wird.
Heute steht dabei besonders die Frage im Vordergrund, welche Voraussetzungen systemisches Denken eigentlich hat: Was unterscheidet die Verwendung systemischer Begriffe und Methoden von einer tatsächlich systemisch organisierten Bedeutungsbildung? Wie entwickelt sich die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven zu koordinieren? Und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Psychotherapie, Beratung, Supervision und Ausbildung?
Diesen Fragen gehe ich gegenwärtig insbesondere in den Werkstattnotizen nach.
Akademischer und beruflicher Hintergrund
Meine beruflichen Stationen reichen von Kinder- und Jugendhilfe sowie Erziehungs-, Ehe-, Familien- und Lebensberatung über langjährige ambulante Psychotherapie bis zu universitärer Lehre, Psychotherapieausbildung, Supervision und Beratung.
Zehn Jahre war ich an der Universität Erfurt in Lehre und wissenschaftlicher Arbeit tätig. Insgesamt blicke ich inzwischen auf mehr als drei Jahrzehnte Berufserfahrung als Psychologe und Psychotherapeut, zehn Jahre Hochschultätigkeit, mehrere tausend Stunden Lehre und langjährige Erfahrung in Supervision und Ausbildung zurück.
Was sich dabei über die Jahre verändert hat, sind Themen, Rollen und Arbeitsfelder. Konstant geblieben ist mein Interesse daran, wie Menschen verstehen – und was professionelles Verstehen ermöglicht oder begrenzt.
Heute
Ich lebe und arbeite in Wien. Meine gegenwärtige Tätigkeit umfasst Lehre und Supervision in deutschen Psychotherapieausbildungen, Beratung und fachliches Sparring unter der Marke i-unfold, die Arbeit mit Ich-Entwicklung sowie Schreiben und konzeptionelle Arbeit an der Schnittstelle von systemischem Denken, Ich-Entwicklung und Bedeutungsbildung.
In den Werkstattnotizen entwickle ich Gedanken aus diesem Arbeitszusammenhang öffentlich weiter. Ältere Veröffentlichungen und meine Dissertation stehen ebenfalls online zur Verfügung.
Wer mehr darüber wissen möchte, wie sich diese verschiedenen Arbeitsfelder biografisch entwickelt haben, findet dazu eine ausführlichere persönliche Darstellung unter „Wie ich hierher gekommen bin / short story long“.

